Warum ein Betriebsrat?

Für einzelne Beschäftigte ist es in der Regel schwierig, ihre Wünsche und Bedürfnisse beim Arbeitgeber durchzusetzen oder an Unternehmensentscheidungen aktiv mitzuwirken. Ein Betriebsrat hat diese Möglichkeit, denn er ist per Gesetz mit den notwendigen Rechten ausgestattet und steht unter einem besonderen Schutz. Die Arbeit im Betriebsrat ist äußerst spannend, wenngleich sie nicht immer einfach ist. Oftmals wird man mit Problemsituationen und Konflikten konfrontiert – doch genau darin liegt die Herausforderung.

 

Der Betriebsrat ist ein demokratisch gewähltes Gremium, welches die Arbeitnehmerinteressen gegenüber dem Arbeitgeber vertritt. Die rechtliche Grundlage ist das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), das die Rechten und Pflichten eines Betriebsrats genau regelt. Der Betriebsrat hat die Möglichkeit, die Belegschaft vor willkürlichen Unternehmensentscheidungen zu schützen und ihre Interessen gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten. Das Gesetz gibt an, wo ein Betriebsrat echte Mitbestimmungsrechte hat, z.B. in sozialen Angelegenheiten muss der Betriebsrat hinzugezogen werden. Ohne dessen Zustimmung kann der Arbeitgeber nichts machen. DIeser ist vielmehr verpflichtet, den Betriebsrat zu informieren und ihn an bestimmten unternehmerischen Entscheidungen zu beteiligen. Die Kosten für einen Betriebsrat trägt der Arbeitgeber. Er muss Sachmittel, Räume und Personal zur Verfügung stellen. Ebenso hat er für die notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen Sorge zu tragen.

Die Aufgaben eines Betriebsrats sind vielfältig. Im § 80 BetrVG werden diese Aufgaben beschrieben. Dazu gehören:

  • die Sicherstellung, dass die geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen eingehalten werden
  • die Beantragung von Maßnahmen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen
  • die Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern – insbesondere bei der Einstellung, Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung und der beruflichen Weiterentwicklung
  • die Durchsetzung von Maßnahmen, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern
  • die Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung vorzubereiten und durchzuführen
  • Anregungen von Arbeitnehmern und der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegennehmen und falls diese berechtigt sind, mittels Verhandlungen mit dem Arbeitgeber umsetzen lassen
  • die Eingliederung Schwerbehinderter und sonstiger besonders schutzbedürftiger Personen fördern
  • die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Betrieb sowie die Eingliederung ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern sicherstellen
  • die allgemeine Beschäftigung im Betrieb sicherstellen
  • Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Umweltschutzes zu unterstützen

Dabei sieht das Gesetz eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaften zum Wohle der Beschäftigten vor. Damit verbunden sind konkrete Kompetenzen und Befugnisse.

Wer für den Betriebsrat kandidiert, übernimmt ein Ehrenamt, für das es keinen Extralohn gibt. Betriebsräte erhalten für ihre Tätigkeit weiterhin ihr ganz normales Gehalt. Sie dürfen gegenüber den anderen Kolleginnen und Kollegen weder bevorzugt, noch benachteiligt werden. Einzig beim Kündigungsschutz hat der Betriebsrat einen besonderen Schutz. Eine ordentliche fristgemäße Kündigung ist grundsätzlich unzulässig. Dieser Kündigungsschutz beginnt mit der Aufstellung als BR-Kandidat und gilt auch nach Ende seiner Amtszeit für ein Jahr weiter. Wer sich für ein BR-Mandat entscheidet, möchte sich für andere einsetzen. Die Anerkennung und die Selbstbestätigung sind für denjenigen Grund genug, sich im Betriebsrat zu engagieren. Da sich Betriebsräte mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftigen, müssen sie bereit sein, stets Neues hinzuzulernen. Als Betriebsrat ist man nicht nur dem Wohl der Arbeitnehmer, sondern auch dem des Unternehmens verpflichtet. Beide Ziele miteinander zu vereinbaren, ist nicht immer einfach und somit sitzt man als Betriebsrat sprichwörtlich „oft zwischen den Stühlen“. Das bedeutet, man muss Spannungen aushalten können. Für die Ausübung dieses Ehrenamts muss der Arbeitgeber Betriebsräte jederzeit von der täglichen Arbeit freistellen. In großen Unternehmen wie der Daimler AG gibt es „freigestellte“ Betriebsräte, die ihre volle Arbeitszeit mit Betriebsratsarbeit verbringen.

 

Alle vier Jahre finden bundesweit Betriebsratswahlen statt. In dieser Zeit werben die Betriebsräte um das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen. Sie berichten von ihren großen und kleinen Erfolgen und hoffen darauf, von den Kolleginnen und Kollegen wiedergewählt zu werden.

 

Haben Sie Interesse an der Betriebsratsarbeit oder an einer ehrenamtlichen Tätigkeit? Dann kontaktieren Sie uns doch einfach – wir informieren Sie gerne!